Teil 2
Jedes dieser Gene tritt paarweise auf, wobei der eine Teil des
Paares vom Vater, der andere Teil von der Mutter vererbt wird. Die
jeweils zuerst genannte Farbeigenschaft (mit einem Grossbuchstaben
gekennzeichnet) ist dominant gegenüber der letztgenannten (mit einem
Kleinbuchstaben gekennzeichnet).
Wenn eine Katze also z.B. ein Agouti-Gen (A) und ein NonAgouti-Gen (a) trägt, ist sie optisch
Agouti (Tabby), da das Agouti-Gen über das NonAgouti-Gen dominiert.
Eine Katze die optisch NonAgouti (z.B. Schwarz) ist, muss daher zwei
NonAgouti-Gene tragen, um diese Farbe zu zeigen. Eine schwarze Katze
hat also immer den genetischen Code "aa", während eine Tabby-Katze
den genetischen Code "Aa" oder "AA" haben kann. Das gleiche gilt für
die anderen Farbeigenschaften entsprechend.
Als Beispiel stellen wir mal den genetischen Code für eine Katze
in der Farbe black-tabby-classic zusammen.
Die Katze zeigt eine Agouti-Zeichnung (Tabby), trägt also das Gen
"A", ob ihr zweites Gen Agouti(A) oder NonAgouti(a) ist kann man
optisch nicht sehen. Sie zeigt eine Vollfarbe (Black) und keine
Verdünnung (Blue), trägt also das Gen "D", das zweite Gen lässt sich
wieder anhand der Farbe nicht bestimmen. Da die Katze kein Silber
zeigt, muss sie die Gene "ii" tragen, weil die zweitgenannte
(rezessive) Farbeigenschaft nur sichtbar wird wenn das Gen in
doppelter Ausführung vorhanden ist. Sie hat die Classic-Zeichnung,
und muss daher die Gene "tt" tragen, und da sie kein weiß hat und
auch nicht rein weiß ist muss sie die Gene "ss" und "ww" tragen. Der
genetische Code dieser Katze ist also "A? D? ii tt ss ww".
Nehmen wir an, der Vater dieser Katze ist schwarz. In dem Fall
können wir ein "?" im genetischen Code aufklären. Wir wissen, das
von jedem Genpaar ein Teil von der Mutter und ein Teil vom Vater
kommt. Da der Vater die Farbe schwarz hat, muss er genetisch "aa"
sein. Er kann also nur eines dieser beiden Gene ("a") an sein Kind
vererbt haben, d.h. das zweite Gen der black-tabby Katze muss "a"
sein. Damit ergibt sich der genetische Code "Aa D? ii tt ss ww".
Und damit das ganze noch komplizierter wird, kommen wir jetzt zu
einer bisher nicht erwähnten Farbvariante, den Grundfarben Rot und
Schwarz. Die Gene für die Grundfarben Rot und Schwarz sind anders
als die bisher erwähnten Farbgene. Hier unterdrückt nicht ein Gen
das andere, sondern wenn beide Gene vorliegen werden auch beide
Farben sichtbar. Das ergibt dann die bunten (tortie/torbie) Mädchen,
die schwarze und rote Flecken im Fell haben.
Die Grundfarben (rot oder schwarz) werden geschlechtsgebunden
vererbt, deswegen will ich erstmal erklären wie sich das Geschlecht
einer Katze ergibt. Der genetische Code für das Geschlecht lautet
bei Katern XY und bei Kätzinnen XX. Auch hier gibt jedes Elternteil
eines seiner beiden Gene an die Babys weiter. Die Kätzin kann nur
ein X weitergeben, der Kater entweder ein X oder ein Y. Wenn das X
der Kätzin auf das X des Katers trifft entsteht ein weibliches Baby
(XX), wenn es auf das Y des Katers trifft entsteht ein männliches
Baby (XY).
Die Gene für die Grundfarben sind an das X-Gen gebunden, das erklärt
auch warum ein Kater immer nur eine Grundfarbe (rot oder schwarz)
haben kann, da er nur ein X-Gen hat. Eine Kätzin kann beide Farben
haben (rot und schwarz), da sie zwei X-Gene hat.
Ein Kater hat sein X-Gen immer von der Mutter, d.h. er bekommt die
Grundfarbe auch von der Mutter. Ist die Mutter rot haben alle Söhne
die Grundfarbe rot, ist sie schwarz haben alle Söhne die Grundfarbe
schwarz. Wenn die Mutter bunt ist (tortie/torbie), also beide
Grundfarben trägt, können die Söhne entweder die Grundfarbe rot oder
schwarz bekommen. Die Mädchen kriegen ihre Grundfarbe immer zur
Hälfte vom Vater und zur Hälfte von der Mutter, da sie von jedem
Elternteil ein X-Gen bekommen. Ist ein Elternteil rot und das andere
schwarz, werden alle Mädchen bunt. Wenn die Mutter bunt ist und der
Vater schwarz, können die Mädchen entweder bunt oder schwarz werden,
ist die Mutter bunt und der Vater rot, können die Mädchen entweder
bunt oder rot werden.
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